STAND DER DINGE - Bitte das jeweilige Datum anklicken!
00.00.0000 Rückblick 2008
01.01.2007 Princess und Simphiwe
01.01.2007 Patenschaften
04.03.2007 Paten gefunden
05.03.2007 Neue Patenschaft!
13.03.2007 Sihle hat Paten
13.05.2007 Stephanies Eindrücke
11.06.2007 GWG Franken hilft!
19.08.2007 12 Kinder haben Paten gefunden
02.01.2008 Rückblick 2007

Stephanies Eindrücke
Wenn man nach Südafrika fliegt und dort größere Städte durchquert, kommt man unweigerlich an den Wohngebieten vorbei, in denen der Großteil der schwarzen Bevölkerung wohnt, den Townships. Sie ziehen sich kilometerweit an den Straßen entlang. Es gab die Townships schon zu Zeiten der Apartheit, aber es gibt sie noch immer. Die Armut dort ist groß, manche Hütten haben weder fließendes Wasser noch Strom. Die Apartheit ist vorbei, seit vielen Jahren. Aber nicht in den Köpfen. Weder bei den Schwarzen noch bei den Weißen. Was so lange gelebt und gefestigt wurde, verschwindet nicht so schnell. Doch glücklicherweise gibt es Menschen, denen die Zukunft Südafrikas am Herzen liegt, und die Brücken über den Zaun schlagen und die Hand reichen, um zu helfen. So auch meine Gastgeber, die sich um ein Kinderheim in Khayelitsha kümmern, einem großen Township in Kapstadt, dieser prächtigen Stadt mit dem Tafelberg und an einer wunderbaren Bucht gelegen.
Familie Bauer kümmert sich um dieses kleine Refugium inmitten des Townships, dessen Name „Neue Heimat“ bedeutet. Dort leben weit mehr als 1 Millionen Menschen, sie leben in diesem Gewirr von Straßen, Häusern und Hütten. Es werden mittlerweile viele geführte Township-Touren angeboten, und man kann sogar in Bed&Breakfast-Pensionen dort übernachten.


Und dort gibt es eben dieses Waisenhaus. Ich bin ein wenig beklommen, als wir zu einem Besuch dorthin aufbrechen. Es ist mein erster Besuch in einem Township. Die Fahrt geht vorbei an sehr unterschiedlichen Hütten und kleinen Steinhäusern. Ich sehe Menschen, die unter nicht sehr guten Bedingungen leben – und sehr viel Würde ausstrahlen. Als unser kleiner Konvoi an dem Kinderheim hält, vermittelt schon der erste Blick das Gefühl, dass hier eine sichere und gute Welt für Kinder ist. Gemauert und mit blanken Scheiben ist es das größte Haus in der Umgebung, was auch sein muss, da dort immerhin siebenundzwanzig Menschen leben. Die Kinder sind aufgeweckt und so, wie Kinder eben sein müssen: fröhlich, ein wenig schüchtern, aber auch neugierig. Als ich das junge Ehepaar kennenlerne, dass diesen Kindern neben ihren eigenen vier Kindern ein Zuhause gibt, bin ich sehr beeindruckt.
Ruhig und freundlich begrüßen sie uns und wir dürfen das Haus besichtigen und Fragen stellen. Die Einrichtung des Hauses ist schlicht und zweckmäßig, der Satz “Es fehlt an nichts” kommt mir in den Sinn, auch wenn eben alles sehr beengt ist – die deutschen Ämter würden ein solches Kinderheim sicher nicht genehmigen - aber es gibt eben auch von nichts zu viel. So gibt es zum Beispiel für diese vielen Menschen nur eine einzige Toilette im Haus, an der sich morgens vor der Schule eine Schlange bildet.
Es sind mir viele Bilder und Eindrücke im Kopf geblieben. Die Kinder, die während sich die Erwachsenen unterhalten, geduldig mit Steinchen, Sand und Stöckchen spielen. Die Küche, klein und praktisch eingerichtet, die Fürsorge, mit der die älteren Kinder auf die Kleinen achten. Das jüngste Kind, die kleine Mbira auf dem Arm von Pricess, dieser, schönen, warmherzigen und offenen jungen Frau. Die Schulkinder in den Schuluniformen, die den Weg herunterkommen. Bildung, das ist es, was die Menschen in den Townships brauchen. Doch das Schulgeld muss bezahlt werden, ebenso wie die Schuluniformen, die die Kinder tragen müssen. Allein die Kosten für die Babymilch sind relativ hoch.
Es ist ein großes Glück für die Kinder, dass sie bei Princess und Gift sind. Sie haben nach dramatischen Startbedingungen in ihr Leben endlich ein Zuhause gefunden, dass diesen Namen verdient. Ihre Lebensläufe zeichnen sich allesamt durch die Tatsache aus, dass sie verlassen wurden, aus welchen Gründen auch immer. Hier im Kinderheim finden sie Sicherheit und Geborgenheit. Darum ist es so wichtig, es zu unterstützen, zu erhalten, die Lebensbedingungen dort weiter zu verbessern und den Kindern eine ordentliche Ausbildung zu ermöglichen.
Ich wünsche der Familie Bauer von ganzem Herzen sehr viel Erfolg für ihr Projekt “amelia” und werde weiter versuchen, dafür Interesse zu wecken, vor allem bei Personen und Institutionen, die eine finanzielle Unterstützung geben oder Öffentlichkeit dafür herstellen können.
13.05.2007 Autor Stephanie Riechwald